Arbeitslosengeld bei 4.000 € brutto: so viel ALG I bekommen Sie
Wer zuletzt 4.000 € brutto im Monat verdient hat, bekommt in Steuerklasse I rund 1.579,20 € Arbeitslosengeld im Monat – mit Kind 1.763,40 €. Das sind 61 % des bisherigen Nettogehalts von 2.606 €.
So wird aus 4.000 € brutto das Arbeitslosengeld
Das Arbeitslosengeld ist eine Lohnersatzleistung: 60 % (ohne Kind) bzw. 67 % (mit Kind) eines pauschalierten Nettos. Dieses Leistungsentgelt wird für alle Arbeitslosen nach denselben Regeln berechnet – echte Krankenkassenbeiträge oder Freibeträge spielen keine Rolle.
Rechenschritt
pro Tag
pro Monat (30 Tage)
Bemessungsentgelt (12 × 4.000 € ÷ 365)
131,51 €
3.945 €
− Sozialversicherungspauschale 20 %
−26,30 €
−789 €
− Lohnsteuer (Steuerklasse I, PAP 2026)
−17,48 €
−524 €
− Solidaritätszuschlag
0,00 € (Freigrenze)
0 €
= Leistungsentgelt
87,73 €
2.632 €
× 60 % = Arbeitslosengeld
52,64 €
1.579,20 €
× 67 % mit Kind
58,78 €
1.763,40 €
Warum 30 Tage und nicht der Kalendermonat?
Arbeitslosengeld wird als Tagessatz bewilligt. Für einen vollen Kalendermonat zahlt die Agentur immer 30 Tage aus – egal ob der Monat 28 oder 31 Tage hat. Ein Teilmonat wird tageweise abgerechnet: 10 Tage bringen 526,40 €, 20 Tage 1.052,80 €. Ausgezahlt wird nachträglich am Monatsende; seit dem 1.1.2026 nur noch per Überweisung auf ein Konto.
ANNAHMEN4.000 € brutto in allen 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit, Steuerklasse I (IV ohne Faktor identisch), Anspruch entsteht 2026, Lohnsteuer nach Programmablaufplan 2026 mit Ø-Zusatzbeitrag 2,9 %. Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen beim ALG I mit, soweit sie beitragspflichtig waren – mit 13. Gehalt läge Ihr Bemessungsentgelt um ein Zwölftel höher.
Keine Rechtsberatung. Modellrechnung nach § 153 SGB III mit den Werten 2026 (Stand 3.11.2026). Den verbindlichen Betrag nennt nur der Bescheid der Agentur für Arbeit; Abweichungen von einigen Euro entstehen u. a. durch Rundung, Einmalzahlungen, unbezahlte Tage oder Faktorverfahren im Bemessungszeitraum.
Arbeitslosengeld selbst berechnenBruttogehalt, Steuerklasse und Kind eingeben – der ALG-I-Rechner zeigt Leistungsentgelt, Tagessatz, Monatsbetrag und Gesamtanspruch nach Bezugsdauer.
Den erhöhten Leistungssatz von 67 % bekommen Sie, wenn Sie selbst oder Ihr nicht dauernd getrennt lebender Ehe- bzw. Lebenspartner mindestens ein Kind im Sinne des Einkommensteuergesetzes haben – also ein Kind, für das grundsätzlich Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag in Frage kommt. Es muss nicht im eigenen Haushalt leben. Bei 4.000 € brutto macht das 184,20 € pro Monat aus, über 12 Monate Bezugsdauer 2.210 €.
Leistungssatz
pro Tag
pro Monat
12 Monate
60 % (ohne Kind)
52,64 €
1.579,20 €
18.950 €
67 % (mit Kind)
58,78 €
1.763,40 €
21.161 €
67 % mit Steuerklasse II (Alleinerziehende)
61,12 €
1.833,60 €
22.003 €
Wichtig: Teilen Sie der Agentur die Steuer-ID des Kindes mit; ohne Nachweis wird zunächst nur mit 60 % gerechnet.
Steuerklasse und Arbeitslosengeld bei 4.000 € brutto
Weil die Lohnsteuer vom Bemessungsentgelt abgezogen wird, bestimmt die Steuerklasse direkt die Höhe des ALG I. Bei 4.000 € brutto liegen zwischen Klasse III und V 442 € im Monat. Maßgeblich ist die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres eingetragen war, in dem der Anspruch entsteht.
Heute bleiben von 4.000 € brutto in Steuerklasse I rund 2.606 € netto (kinderlos, gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer). Das Arbeitslosengeld ersetzt davon 61 %. Die Lücke von 1.026 € im Monat entspricht über ein halbes Jahr rund 6.158 € – ein guter Richtwert für den Notgroschen.
Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt während des Bezugs die Agentur für Arbeit – Sie müssen davon nichts abführen, das ALG I wird „netto“ überwiesen. Die Rentenversicherung wird dabei aus 80 % des Bemessungsentgelts berechnet, Sie sammeln also weiter Rentenpunkte. Ein Nebenjob mit bis zu 165 € netto im Monat wird nicht angerechnet und kann die Lücke etwas verkleinern.
Wie viel Netto haben Sie heute?Der Brutto-Netto-Rechner 2026 zeigt Ihr aktuelles Lohnabrechnungs-Netto mit Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und Krankenkasse – so sehen Sie genau, wie groß die Lücke zum Arbeitslosengeld wird.
Wie lange gibt es das Arbeitslosengeld – und wie viel insgesamt?
Die Bezugsdauer hängt davon ab, wie viele Monate Sie in den letzten fünf Jahren versicherungspflichtig gearbeitet haben, und ab 50 Jahren auch vom Alter. Wer mindestens 24 Monate gearbeitet hat und jünger als 50 ist, bekommt 12 Monate lang 1.579 € – zusammen 18.950 €.
Versicherungspflicht
Mindestalter
Bezugsdauer
Summe bei 4.000 €
12 Monate
–
6 Monate
9.475 €
16 Monate
–
8 Monate
12.634 €
20 Monate
–
10 Monate
15.792 €
24 Monate
–
12 Monate
18.950 €
30 Monate
50 Jahre
15 Monate
23.688 €
36 Monate
55 Jahre
18 Monate
28.426 €
48 Monate
58 Jahre
24 Monate
37.901 €
Für den Höchstanspruch von 24 Monaten brauchen Sie 48 Versicherungsmonate in den letzten fünf Jahren und müssen mindestens 58 Jahre alt sein. Mehr dazu: Bezugsdauer im Detail.
Steuern: Progressionsvorbehalt beim Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen. Wer im Jahr mehr als 410 € Lohnersatzleistungen bekommen hat, muss eine Steuererklärung abgeben. Unser Modell für Ledige mit 4.000 € brutto:
Szenario
zvE aus Arbeit
ALG im Jahr
Steuer ohne
Steuer mit
Mehr
9 Mon. Arbeit + 3 Mon. ALG
27.480 €
4.738 €
3.517 €
4.136 €
619 €
6 Mon. Arbeit + 6 Mon. ALG
17.898 €
9.475 €
1.058 €
2.280 €
1.222 €
Wer das ganze Jahr arbeitslos war und sonst kein Einkommen hat, zahlt trotz Progressionsvorbehalt keine Steuer. Ausführlich: Progressionsvorbehalt berechnen.
Vergleich: Arbeitslosengeld bei benachbarten Gehältern
250 € mehr Bruttogehalt bringen rund 81 € mehr ALG I im Monat. Das Arbeitslosengeld steigt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 € brutto (2026) – darüber gibt es nicht mehr; der Höchstbetrag in Klasse I liegt bei rund 2.798 €.
Arbeitslosengeld selbst berechnenMit eigenen Zahlen rechnen: Steuerklasse, Kind, Alter und Versicherungsmonate eingeben und Tagessatz, Monatsbetrag und Gesamtanspruch sehen.
Wie viel Arbeitslosengeld bekomme ich bei 4.000 € brutto?
In Steuerklasse I rund 1.579,20 € im Monat (52,64 € pro Tag), mit Kind 1.763,40 €. Grundlage ist ein Leistungsentgelt von 87,73 € pro Tag nach Abzug von 20 % Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer und Soli.
Wie viel Prozent vom Netto ist das Arbeitslosengeld bei 4.000 € brutto?
Rund 61 % des Lohnzettel-Nettos von 2.606 €. Die 60 % beziehen sich nicht auf das echte Netto, sondern auf das pauschalierte Leistungsentgelt, das niedriger ausfällt.
Welche Steuerklasse bringt bei 4.000 € brutto das meiste Arbeitslosengeld?
Steuerklasse III mit 1.771 € im Monat, gefolgt von I/IV mit 1.579 € und V mit 1.329 €. Ein Wechsel kurz vor der Arbeitslosigkeit wird nur anerkannt, wenn er zum Gehaltsverhältnis der Ehepartner passt.
Wie viel Arbeitslosengeld gibt es bei 4.000 € brutto insgesamt?
Bei 12 Monaten Bezugsdauer rund 18.950 €, bei 24 Monaten (ab 58 Jahren und 48 Versicherungsmonaten) 37.901 €. Sperrzeiten verkürzen den Anspruch.
Muss ich Arbeitslosengeld versteuern?
Nein, es ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Im Modell (ledig, 6 Monate Arbeit mit 4.000 € und 6 Monate ALG) ergibt das rund 1.222 € Mehrsteuer. Ab 410 € ALG im Jahr ist eine Steuererklärung Pflicht.
Bundesagentur für Arbeit: Fachliche Weisungen zu § 153 SGB III (Leistungsentgelt); Weisung 202606018 vom 23.6.2026; arbeitsagentur.de „Arbeitslos melden“ (abgerufen 3.11.2026)