Arbeitslosengeld bei 2.000 € brutto: so viel ALG I bekommen Sie
Wer zuletzt 2.000 € brutto im Monat verdient hat, bekommt in Steuerklasse I rund 893,10 € Arbeitslosengeld im Monat – mit Kind 997,20 €. Das sind 60 % des bisherigen Nettogehalts von 1.477 €.
So wird aus 2.000 € brutto das Arbeitslosengeld
Die Agentur für Arbeit rechnet nicht mit Ihrem Lohnzettel, sondern mit Tageswerten: Das beitragspflichtige Brutto der letzten 12 Monate (Bemessungszeitraum) wird durch die Kalendertage geteilt. Davon gehen pauschale Abzüge runter – das Ergebnis heißt Leistungsentgelt.
Rechenschritt
pro Tag
pro Monat (30 Tage)
Bemessungsentgelt (12 × 2.000 € ÷ 365)
65,75 €
1.972 €
− Sozialversicherungspauschale 20 %
−13,15 €
−394 €
− Lohnsteuer (Steuerklasse I, PAP 2026)
−2,99 €
−90 €
− Solidaritätszuschlag
0,00 € (Freigrenze)
0 €
= Leistungsentgelt
49,61 €
1.488 €
× 60 % = Arbeitslosengeld
29,77 €
893,10 €
× 67 % mit Kind
33,24 €
997,20 €
Warum 30 Tage und nicht der Kalendermonat?
Arbeitslosengeld wird als Tagessatz bewilligt. Für einen vollen Kalendermonat zahlt die Agentur immer 30 Tage aus – egal ob der Monat 28 oder 31 Tage hat. Im Februar bekommen Sie also ebenfalls 893,10 €, für einen angebrochenen Monat entsprechend weniger (z. B. 15 Tage = 446,55 €). Ausgezahlt wird nachträglich am Monatsende; seit dem 1.1.2026 nur noch per Überweisung auf ein Konto.
ANNAHMEN2.000 € brutto in allen 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit, Steuerklasse I (IV ohne Faktor identisch), Anspruch entsteht 2026, Lohnsteuer nach Programmablaufplan 2026 mit Ø-Zusatzbeitrag 2,9 %. Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen beim ALG I mit, soweit sie beitragspflichtig waren – mit 13. Gehalt läge Ihr Bemessungsentgelt um ein Zwölftel höher.
Keine Rechtsberatung. Modellrechnung nach § 153 SGB III mit den Werten 2026 (Stand 3.11.2026). Den verbindlichen Betrag nennt nur der Bescheid der Agentur für Arbeit; Abweichungen von einigen Euro entstehen u. a. durch Rundung, Einmalzahlungen, unbezahlte Tage oder Faktorverfahren im Bemessungszeitraum.
Arbeitslosengeld selbst berechnenBruttogehalt, Steuerklasse und Kind eingeben – der ALG-I-Rechner zeigt Leistungsentgelt, Tagessatz, Monatsbetrag und Gesamtanspruch nach Bezugsdauer.
Den erhöhten Leistungssatz von 67 % bekommen Sie, wenn Sie selbst oder Ihr nicht dauernd getrennt lebender Ehe- bzw. Lebenspartner mindestens ein Kind im Sinne des Einkommensteuergesetzes haben – also ein Kind, für das grundsätzlich Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag in Frage kommt. Es muss nicht im eigenen Haushalt leben. Bei 2.000 € brutto macht das 104,10 € pro Monat aus, über 12 Monate Bezugsdauer 1.249 €.
Leistungssatz
pro Tag
pro Monat
12 Monate
60 % (ohne Kind)
29,77 €
893,10 €
10.717 €
67 % (mit Kind)
33,24 €
997,20 €
11.966 €
67 % mit Steuerklasse II (Alleinerziehende)
34,84 €
1.045,20 €
12.542 €
Alleinerziehende profitieren doppelt: Steuerklasse II senkt die abgezogene Lohnsteuer, der 67-%-Satz erhöht den Anteil.
Steuerklasse und Arbeitslosengeld bei 2.000 € brutto
Weil die Lohnsteuer vom Bemessungsentgelt abgezogen wird, bestimmt die Steuerklasse direkt die Höhe des ALG I. Bei 2.000 € brutto liegen zwischen Klasse III und V 179 € im Monat. Maßgeblich ist die Steuerklasse, die zu Beginn des Jahres eingetragen war, in dem der Anspruch entsteht.
Steuerklasse
Leistungsentgelt/Tag
ALG 60 %
ALG 67 %
I / IV
49,61 €
893,10 €
997,20 €
III
52,60 €
946,80 €
1.057,20 €
V
42,64 €
767,40 €
857,10 €
Ein Wechsel kurz vor der Arbeitslosigkeit wird nur anerkannt, wenn die neue Kombination zum Verhältnis der Gehälter passt (§ 153 Abs. 3 SGB III). Details: Steuerklassenwechsel vor der Arbeitslosigkeit.
Wie groß ist die Einkommenslücke?
Heute bleiben von 2.000 € brutto in Steuerklasse I rund 1.477 € netto (kinderlos, gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer). Das Arbeitslosengeld ersetzt davon 60 %. Im unteren Einkommensbereich fällt die Lücke von 584 € besonders ins Gewicht – prüfen Sie, ob ergänzend Wohngeld oder Kinderzuschlag in Frage kommen.
Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt während des Bezugs die Agentur für Arbeit – Sie müssen davon nichts abführen, das ALG I wird „netto“ überwiesen. Die Rentenversicherung wird dabei aus 80 % des Bemessungsentgelts berechnet, Sie sammeln also weiter Rentenpunkte. Zur Einordnung: Das Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) liegt mit 563 € Regelsatz plus Miete deutlich darunter und ist bedürftigkeitsabhängig.
Wie viel Netto haben Sie heute?Der Brutto-Netto-Rechner 2026 zeigt Ihr aktuelles Lohnabrechnungs-Netto mit Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und Krankenkasse – so sehen Sie genau, wie groß die Lücke zum Arbeitslosengeld wird.
Wie lange gibt es das Arbeitslosengeld – und wie viel insgesamt?
Die Bezugsdauer hängt davon ab, wie viele Monate Sie in den letzten fünf Jahren versicherungspflichtig gearbeitet haben, und ab 50 Jahren auch vom Alter. Wer mindestens 24 Monate gearbeitet hat und jünger als 50 ist, bekommt 12 Monate lang 893 € – zusammen 10.717 €.
Versicherungspflicht
Mindestalter
Bezugsdauer
Summe bei 2.000 €
12 Monate
–
6 Monate
5.359 €
16 Monate
–
8 Monate
7.145 €
20 Monate
–
10 Monate
8.931 €
24 Monate
–
12 Monate
10.717 €
30 Monate
50 Jahre
15 Monate
13.396 €
36 Monate
55 Jahre
18 Monate
16.076 €
48 Monate
58 Jahre
24 Monate
21.434 €
Eine Sperrzeit verkürzt diese Dauer – bei Eigenkündigung um mindestens ein Viertel. Mehr dazu: Bezugsdauer im Detail.
Steuern: Progressionsvorbehalt beim Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen. Wer im Jahr mehr als 410 € Lohnersatzleistungen bekommen hat, muss eine Steuererklärung abgeben. Unser Modell für Ledige mit 2.000 € brutto:
Szenario
zvE aus Arbeit
ALG im Jahr
Steuer ohne
Steuer mit
Mehr
9 Mon. Arbeit + 3 Mon. ALG
13.107 €
2.679 €
111 €
489 €
378 €
6 Mon. Arbeit + 6 Mon. ALG
8.160 €
5.359 €
0 €
106 €
106 €
Oft gleicht sich das aus: In den Arbeitsmonaten wurde Lohnsteuer auf ein Jahresgehalt hochgerechnet einbehalten, die Erstattung verrechnet sich mit der Nachzahlung. Ausführlich: Progressionsvorbehalt berechnen.
Vergleich: Arbeitslosengeld bei benachbarten Gehältern
250 € mehr Bruttogehalt bringen rund 89 € mehr ALG I im Monat. Das Arbeitslosengeld steigt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 € brutto (2026) – darüber gibt es nicht mehr; der Höchstbetrag in Klasse I liegt bei rund 2.798 €.
Arbeitslosengeld selbst berechnenMit eigenen Zahlen rechnen: Steuerklasse, Kind, Alter und Versicherungsmonate eingeben und Tagessatz, Monatsbetrag und Gesamtanspruch sehen.
Wie viel Arbeitslosengeld bekomme ich bei 2.000 € brutto?
In Steuerklasse I rund 893,10 € im Monat (29,77 € pro Tag), mit Kind 997,20 €. Grundlage ist ein Leistungsentgelt von 49,61 € pro Tag nach Abzug von 20 % Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer und Soli.
Wie viel Prozent vom Netto ist das Arbeitslosengeld bei 2.000 € brutto?
Rund 60 % des Lohnzettel-Nettos von 1.477 €. Die 60 % beziehen sich nicht auf das echte Netto, sondern auf das pauschalierte Leistungsentgelt, das niedriger ausfällt.
Welche Steuerklasse bringt bei 2.000 € brutto das meiste Arbeitslosengeld?
Steuerklasse III mit 947 € im Monat, gefolgt von I/IV mit 893 € und V mit 767 €. Ein Wechsel kurz vor der Arbeitslosigkeit wird nur anerkannt, wenn er zum Gehaltsverhältnis der Ehepartner passt.
Wie viel Arbeitslosengeld gibt es bei 2.000 € brutto insgesamt?
Bei 12 Monaten Bezugsdauer rund 10.717 €, bei 24 Monaten (ab 58 Jahren und 48 Versicherungsmonaten) 21.434 €. Sperrzeiten verkürzen den Anspruch.
Muss ich Arbeitslosengeld versteuern?
Nein, es ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Im Modell (ledig, 6 Monate Arbeit mit 2.000 € und 6 Monate ALG) ergibt das rund 106 € Mehrsteuer. Ab 410 € ALG im Jahr ist eine Steuererklärung Pflicht.
Bundesagentur für Arbeit: Fachliche Weisungen zu § 153 SGB III (Leistungsentgelt); Weisung 202606018 vom 23.6.2026; arbeitsagentur.de „Arbeitslos melden“ (abgerufen 3.11.2026)