Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst 2026: Jahressonderzahlung TVöD und TV-L
Kommunen zahlen 2026 erstmals einheitlich 85 %, der Bund bis zu 95 %, die Länder bleiben bei ihren Sätzen. Alle Prozentsätze, Regeln und Netto-Beispiele.
Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst 2026: das Wichtigste
Im öffentlichen Dienst heißt das Weihnachtsgeld Jahressonderzahlung (§ 20 TVöD bzw. § 20 TV-L). Ausgezahlt wird sie mit dem Novembergehalt; Bemessungsgrundlage ist das durchschnittliche monatliche Entgelt aus Juli, August und September – ohne Überstunden- und Leistungsentgelte. Anspruch hat, wer am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis steht.
TVöD Kommunen (VKA): 85 % für alle
Mit der Tarifeinigung vom April 2025 steigt die Jahressonderzahlung bei Bund und Kommunen ab dem Kalenderjahr 2026. Bei den Kommunen gilt einheitlich 85 % – ein Plus vor allem für höhere Entgeltgruppen, die bisher deutlich weniger bekamen:
Entgeltgruppe (VKA)
bis 2025 (West)
ab 2026
E 1 – E 8
84,51 %
85 %
E 9a – E 12
70,28 %
85 %
E 13 – E 15
51,78 %
85 %
Für Krankenhäuser und Pflege (BT-K/BT-B) werden für E 1–8 laut Berichterstattung 90 % genannt; prüfen Sie hier Ihren Besonderen Teil.
TVöD Bund: 95, 90 und 75 %
Entgeltgruppe (Bund)
bis 2025
ab 2026
E 1 – E 8
90 %
95 %
E 9a – E 12
80 %
90 %
E 13 – E 15
60 %
75 %
TV-L (Länder): Sätze unverändert
Die Tarifeinigung der Länder vom 14. Februar 2026 hat die Tabellenentgelte erhöht (+2,8 %, mindestens 100 €, ab 1. April 2026), die Prozentsätze der Jahressonderzahlung aber nicht verändert. Weil die Tabellen gestiegen sind, fällt die Sonderzahlung 2026 trotzdem höher aus als 2025:
Entgeltgruppe (TV-L)
Bemessungssatz 2026
EG 1 – 4
87,43 %
EG 5 – 8
88,14 %
EG 9a – 11
74,35 %
EG 12 – 13
46,47 %
EG 14 – 15
32,53 %
Ihr eigenes Weihnachtsgeld netto berechnenMonatsgehalt, Weihnachtsgeld, Steuerklasse und Kirchensteuer eingeben – der Rechner zeigt sofort, was nach Lohnsteuer und Sozialabgaben übrig bleibt.
Wie bei jedem Weihnachtsgeld wird die Jahressonderzahlung als sonstiger Bezug versteuert und ist voll sozialversicherungspflichtig. Eine Erzieherin bei einer Kommune mit 3.500 € Durchschnittsentgelt bekommt 85 % = 2.975 € brutto; netto bleiben in Steuerklasse I rund 1.630 €.
Tarif / Gruppe
Ø-Entgelt
Sonderzahlung
Netto I
Netto III
TVöD VKA, alle EG
3.500 €
2.975 €
1.630 €
1.806 €
TVöD Bund, E 9a–12
3.500 €
3.150 €
1.725 €
1.909 €
TV-L, EG 9a–11
3.500 €
2.602 €
1.427 €
1.582 €
TVöD VKA
4.500 €
3.825 €
1.991 €
2.221 €
TV-L, EG 12–13
4.500 €
2.091 €
1.092 €
1.216 €
TVöD Bund, E 13–15
5.500 €
4.125 €
2.097 €
2.404 €
Das Ø-Entgelt ist ein Beispielwert, keine Tabellenstufe. Rechnung wie oben: Steuerklasse I bzw. III, keine Kirchensteuer, kinderlos, gesetzlich versichert, 12 gleiche Monatsgehälter. Zusatzversorgung (VBL/ZVK) ist nicht berücksichtigt – die Umlage auf die Sonderzahlung kann das Netto leicht verändern.
Kürzungen: Wann gibt es weniger?
Für jeden Kalendermonat ohne Anspruch auf Entgelt wird die Jahressonderzahlung um ein Zwölftel gekürzt. Ausnahmen nach § 20 Abs. 4 TVöD/TV-L: Monate mit Beschäftigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz, Elternzeit bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem das Kind geboren wurde (wenn am Vortag Entgeltanspruch bestand), und Monate, in denen Krankengeldzuschuss gezahlt wurde oder nur wegen der Höhe des Krankengelds nicht. Langzeitkranke nach Ende des Zuschusses und Beschäftigte in Elternzeit ab dem Folgejahr bekommen also anteilig weniger.
Neu eingestellt im Herbst?
Wer nach dem 31. August beginnt, erhält ebenfalls eine (anteilige) Sonderzahlung; an die Stelle des Bemessungszeitraums tritt dann der erste volle Kalendermonat. Teilzeitbeschäftigte bekommen den Prozentsatz ihres Teilzeitentgelts.
Zeit statt Geld
Neu aus der Tarifeinigung 2025: Ein Teil der Jahressonderzahlung im Wert von bis zu drei freien Tagen kann bei Bund und Kommunen in Freizeit umgewandelt werden (ausgenommen u. a. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen). Fristen und das genaue Verfahren regelt Ihre Dienststelle – fragen Sie rechtzeitig in der Personalabteilung nach.
Und Beamte?
Beamtinnen und Beamte fallen nicht unter TVöD oder TV-L. Ob sie eine Sonderzahlung bekommen, regelt das Besoldungsrecht von Bund und Ländern – vielerorts ist sie in die Monatsbezüge eingerechnet. Maßgeblich ist das jeweilige Besoldungsgesetz.
Wie hoch ist das Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst 2026?
TVöD Kommunen: 85 % für alle Entgeltgruppen. TVöD Bund: 95 % (E 1–8), 90 % (E 9a–12), 75 % (E 13–15). TV-L: 87,43 % bis 32,53 % je nach Entgeltgruppe.
Wann wird die Jahressonderzahlung 2026 ausgezahlt?
Mit dem Novembergehalt. Anspruch hat, wer am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis steht.
Wie wird die Jahressonderzahlung berechnet?
Prozentsatz der Entgeltgruppe mal durchschnittliches Monatsentgelt aus Juli, August und September, ohne Überstunden- und Leistungsentgelte; pro Monat ohne Entgeltanspruch minus ein Zwölftel.
Wie viel bleibt von der Jahressonderzahlung netto?
Bei 3.500 € Ø-Entgelt im TVöD-VKA (2.975 € brutto) in Steuerklasse I rund 1.630 €.
Hat sich die Jahressonderzahlung im TV-L 2026 geändert?
Die Prozentsätze nicht – die Tarifeinigung vom 14.02.2026 erhöhte nur die Tabellenentgelte, was die Sonderzahlung indirekt steigert.
Quellen & Rechenstand
BMF: Programmablaufplan für den maschinellen Lohnsteuerabzug 2026 (Schreiben vom 12.11.2025); § 39b Abs. 3 EStG (sonstige Bezüge)