🇩🇪 Stand 11/2026
RATGEBER · STEUERFREI 2026

Weihnachtsgeld oder Inflationsprämie? Und welche steuerfreien Extras 2026 noch gehen

Die steuerfreie Inflationsprämie ist Geschichte. Was 2026 an ihre Stelle treten kann – und warum normales Weihnachtsgeld trotzdem Vorteile hat.

INFLATIONSPRÄMIE: ausgelaufen. steuerfrei nur bis 31.12.2024 – Weihnachtsgeld vs Inflationsausgleichsprämie€INFLATIONSPRÄMIEausgelaufensteuerfrei nur bis 31.12.2024
Was netto ankommt – Weihnachtsgeld oder steuerfreie Prämie netto Vergleich: Weihnachtsgeld 550 €; Inflationsprämie* 1.000 €; Gutscheine 12×50 € 600 €; Weihnachtsfeier 110 €Was netto ankommt3.500 € Gehalt, Steuerklasse I · *nur bis Ende 2024WeihnachtsgeldWeihnachtsgeld: 550 €550 €Inflationsprämie*Inflationsprämie*: 1.000 €1.000 €Gutscheine 12×50 €Gutscheine 12×50 €: 600 €600 €WeihnachtsfeierWeihnachtsfeier: 110 €110 €

Inflationsausgleichsprämie: Was war das – und gibt es sie noch?

Zwischen dem 26. Oktober 2022 und dem 31. Dezember 2024 durften Arbeitgeber bis zu 3.000 € steuer- und sozialabgabenfrei als Inflationsausgleichsprämie (§ 3 Nr. 11c EStG) zahlen. Viele Betriebe haben sie statt oder zusätzlich zum Weihnachtsgeld ausgezahlt – brutto gleich netto. Seit 2025 ist das vorbei. Eine Verlängerung oder Neuauflage für 2026 gibt es nach unserem Stand (3.11.2026) nicht. Wer heute eine „Prämie“ bekommt, versteuert sie wie Weihnachtsgeld.

Der Unterschied in Zahlen: 1.000 € Weihnachtsgeld bringen bei 3.500 € Gehalt in Steuerklasse I 550 € netto. 1.000 € Inflationsprämie hätten damals 1.000 € gebracht – 450 € mehr, und der Arbeitgeber sparte zusätzlich seinen Anteil an den Sozialabgaben (rund 21 %, also etwa 210 €).
Weihnachtsgeld 2026Inflationsprämie (bis 2024)
Lohnsteuer232 €0 €
Sozialabgaben Arbeitnehmer218 €0 €
Netto von 1.000 €550 €1.000 €
zählt für die Rentejanein
zählt für Arbeitslosengeldjanein
1.000 € für Beschäftigte – Inflationsausgleichsprämie Weihnachtsgeld netto: Weihnachtsgeld 2026: Lohnsteuer 23 %, Sozialabgaben 22 %, Netto 55 %. Inflationsprämie (bis 2024): Netto 100 %.1.000 € für Beschäftigte3.500 € Gehalt, Steuerklasse IWeihnachtsgeld 2026Lohnsteuer: 232,00 € (23 %)23 %Sozialabgaben: 217,50 € (22 %)22 %Netto: 550,50 € (55 %)55 %Inflationsprämie (bis 2024)Netto: 1.000,00 € (100 %)100 %LohnsteuerSozialabgabenNetto

Der letzte Punkt wird gern übersehen: Was abgabenfrei ist, bringt auch keine Rentenpunkte und erhöht kein Arbeitslosen- oder Krankengeld. Das Weihnachtsgeld schon. Für Beschäftigte kurz vor der Rente oder mit absehbarer Arbeitslosigkeit kann das ein echter Faktor sein: Wer 2023 und 2024 statt Weihnachtsgeld eine Inflationsprämie bekam, hat in diesen Jahren etwas weniger Rentenanwartschaften gesammelt. Für den Arbeitgeber war die Prämie doppelt attraktiv, weil auch sein Anteil an den Sozialabgaben entfiel.

Warum gab es die Prämie überhaupt?

Die Inflationsausgleichsprämie war Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung im Herbst 2022, als die Verbraucherpreise stark gestiegen waren. Sie war freiwillig, musste zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden und durfte in mehreren Raten fließen. Viele Tarifverträge, etwa im öffentlichen Dienst, haben sie in Teilbeträgen genutzt. Ein ohnehin vereinbartes Weihnachtsgeld durfte nicht einfach in eine steuerfreie Prämie umgetauft werden.

Ihr eigenes Weihnachtsgeld netto berechnenMonatsgehalt, Weihnachtsgeld, Steuerklasse und Kirchensteuer eingeben – der Rechner zeigt sofort, was nach Lohnsteuer und Sozialabgaben übrig bleibt.

Zum Weihnachtsgeld-Rechner →

Steuerfreie Alternativen zum Weihnachtsgeld 2026

Wer als Arbeitgeber mehr Netto vom Brutto übrig lassen will, hat 2026 diese legalen Wege – oft kombinierbar mit einem regulären Weihnachtsgeld:

InstrumentGrenze 2026Steuer / SV
Sachbezug (Gutschein, Guthabenkarte)50 € pro Monatfrei (Freigrenze, § 8 Abs. 2 S. 11 EStG)
Weihnachtsfeier (Betriebsveranstaltung)110 € je Teilnehmer, 2 × im Jahrfrei (Freibetrag, § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG)
Sachgeschenk zu persönlichem Anlass60 € (z. B. Geburtstag)frei als Aufmerksamkeit – nicht für Weihnachten
Weihnachtsgeschenk pauschal versteuertbis 10.000 € je Empfänger30 % Pauschsteuer (§ 37b EStG) durch Arbeitgeber
Entgeltumwandlung in bAV8.112 € steuer-, 4.056 € SV-freifrei, spätere Rente steuerpflichtig

Was davon lohnt sich für Beschäftigte?

Der 50-€-Sachbezug ist der Klassiker: 600 € im Jahr ohne Abzüge, aber nur als Gutschein oder Karte, nicht als Geld. Wichtig: Die 50 € sind eine Freigrenze – ein Euro darüber, und der gesamte Betrag wird steuerpflichtig. Ein Weihnachtsgutschein über 50 € im Dezember funktioniert also nur, wenn in diesem Monat kein anderer Sachbezug läuft.

Die Entgeltumwandlung ist die einzige Möglichkeit, das Weihnachtsgeld selbst steuerfrei zu machen: Sie wandeln es vor der Auszahlung in einen Beitrag zur Betriebsrente um. Netto bleibt heute nichts, dafür fließen Steuern und Sozialabgaben in die Altersvorsorge. Arbeitgeber müssen 15 % Zuschuss geben, soweit sie Sozialabgaben sparen.

Und die „Aktivrente“?

Seit 2026 bleibt Arbeitslohn von Beschäftigten jenseits der Regelaltersgrenze bis 2.000 € im Monat steuerfrei. Das Weihnachtsgeld profitiert davon nur im Auszahlungsmonat: Ungenutzte Monatsbeträge lassen sich nicht übertragen. Mehr dazu im Ratgeber Weihnachtsgeld, Rente und Arbeitslosengeld.

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Häufige Fragen

Gibt es 2026 noch die Inflationsausgleichsprämie?

Nein. Die steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie bis 3.000 € galt nur vom 26.10.2022 bis 31.12.2024. Prämien in 2026 werden wie Weihnachtsgeld versteuert.

Was ist besser: Weihnachtsgeld oder Inflationsprämie?

Netto war die Prämie besser: 1.000 € kamen voll an, von 1.000 € Weihnachtsgeld bleiben bei 3.500 € Gehalt nur 550 €. Dafür zählt Weihnachtsgeld für Rente und Arbeitslosengeld.

Wie kann der Arbeitgeber Weihnachtsgeld steuerfrei zahlen?

Als Geld gar nicht. Steuerfrei sind Sachbezüge bis 50 € im Monat, die Weihnachtsfeier bis 110 € und die Umwandlung in eine Betriebsrente.

Ist ein Weihnachtsgutschein steuerfrei?

Bis 50 € im Monat als Sachbezug, wenn er nur zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigt und kein anderer Sachbezug im selben Monat die Grenze ausschöpft.

Ist die Weihnachtsfeier steuerpflichtig?

Bis 110 € pro Teilnehmer und für bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr nicht. Nur der übersteigende Teil ist Arbeitslohn.

Quellen & Rechenstand

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