Weihnachtsgeld 4.000 € brutto: wie viel bleibt netto?
Von 4.000 € Weihnachtsgeld brutto bleiben bei einem Monatsgehalt von 6.000 € in Steuerklasse I rund 2.197 € netto übrig – das sind 55 %. In Steuerklasse III wären es 2.564 €, in Klasse V nur 1.969 €.
Beispiel: Mehmet, 6.000 € brutto, Steuerklasse I
Mehmet arbeitet als Bauingenieur und verdient 6.000 € brutto im Monat. Im November steht zusätzlich eine Zeile „Weihnachtsgeld 4.000,00 €“ auf seiner Abrechnung. Am Ende überweist der Arbeitgeber dafür 2.197,00 € mehr als sonst. So kommt die Lohnbuchhaltung auf diesen Betrag:
Rechenschritt
Betrag
Voraussichtlicher Jahresarbeitslohn ohne Weihnachtsgeld (12 × 6.000 €)
Die Lohnsteuer auf einen sonstigen Bezug berechnet der Arbeitgeber nach § 39b Abs. 3 EStG mit der Jahreslohnsteuer-Methode: Er ermittelt die Steuer auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einmal ohne und einmal mit dem Weihnachtsgeld. Die Differenz wird einbehalten. Dadurch wird das Weihnachtsgeld mit Ihrem Grenzsteuersatz belastet – nicht so, als hätten Sie in einem Monat plötzlich das doppelte Gehalt.
Bei den Sozialabgaben gibt es keinen Trick: Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung kassieren den normalen Prozentsatz, solange die anteilige Jahres-Beitragsbemessungsgrenze nicht ausgeschöpft ist. Bei 6.000 € Gehalt ist die Grenze der Krankenversicherung fast erreicht: Nur 0 € des Weihnachtsgeldes sind dort noch beitragspflichtig, Renten- und Arbeitslosenversicherung greifen dagegen auf 4.000 €.
Merksatz: Von 4.000 € Weihnachtsgeld gehen bei 6.000 € Gehalt rund 34 % an Lohnsteuer und 11 % an Sozialabgaben. Netto bleiben 55 % – vom normalen Monatsgehalt sind es 61 %.
Modellrechnung. Annahmen: Gehalt 12-mal gleich hoch, keine weiteren Einmalzahlungen im Jahr, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag 2,9 %, kinderlos (PV 2,4 %), keine Freibeträge, Auszahlung mit dem Novembergehalt. Ihre Abrechnung kann um einige Euro abweichen; zu viel einbehaltene Lohnsteuer bekommen Sie über die Steuererklärung zurück.
Ihr eigenes Weihnachtsgeld netto berechnenMonatsgehalt, Weihnachtsgeld, Steuerklasse und Kirchensteuer eingeben – der Rechner zeigt sofort, was nach Lohnsteuer und Sozialabgaben übrig bleibt.
4.000 € Weihnachtsgeld netto bei verschiedenen Monatsgehältern
Dieselben 4.000 € sind nicht für alle gleich viel wert. Bei kleinem Gehalt greift ein niedriger Grenzsteuersatz, bei hohem Gehalt fast 42 %. Ab etwa 5.449 € Monatsgehalt kippt der Trend leicht: Dann ist die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung erreicht und ein Teil der Sozialabgaben entfällt.
Lesebeispiel: Bei 6.000 € Gehalt bleiben in Steuerklasse I 2.197 €. Steuerklasse IV ohne Faktor rechnet wie I. Klicken Sie auf ein Gehalt, um den Artikel zum 13. Monatsgehalt in dieser Höhe zu öffnen.
Steuerklasse I, III, IV, V und VI im Vergleich
In Steuerklasse VI (Zweitjob) wird das Weihnachtsgeld am härtesten besteuert: 1.968 € netto. Klasse V liegt mit 1.969 € knapp darüber, Klasse III mit 2.564 € deutlich darüber. IV ohne Faktor ist identisch mit I.
Und Ihr normales Monatsnetto?Der Brutto-Netto-Rechner 2026 zeigt Ihr reguläres Nettogehalt mit Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und individuellem Kassenbeitrag.
Kirchensteuer wird – wie beim Gehalt – als Prozentsatz der Lohnsteuer berechnet: 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in allen anderen Bundesländern. Bei Mehmet wären das 110,32 € bzw. 124,11 €.
Variante
Lohnsteuer
Kirchensteuer
Netto
ohne Kirchensteuer
1.379,00 €
0,00 €
2.197,00 €
8 % (BY, BW)
1.379,00 €
110,32 €
2.086,68 €
9 % (übrige Länder)
1.379,00 €
124,11 €
2.072,89 €
Solidaritätszuschlag fällt auf 4.000 € Weihnachtsgeld in Steuerklasse I erst an, wenn die Jahreslohnsteuer einschließlich Weihnachtsgeld die Freigrenze von 20.350 € übersteigt – nach unserer Rechnung ab etwa 7.400 € Monatsgehalt. Achtung, Besonderheit beim Lohnsteuerabzug: Ist die Freigrenze überschritten, werden auf die Lohnsteuer des Weihnachtsgeldes volle 5,5 % Soli einbehalten – die Milderungszone der Jahresberechnung gilt hier nicht. Was zu viel ist, kommt mit der Einkommensteuererklärung zurück.
Warum vom Weihnachtsgeld weniger übrig bleibt als vom Gehalt
Vom normalen Monatsgehalt bleiben Mehmet 3.642 € netto (61 %). Vom Weihnachtsgeld sind es nur 55 %. Der Grund: Für das Gehalt gilt der Durchschnittssteuersatz, für das Weihnachtsgeld der höhere Grenzsteuersatz – jeder zusätzliche Euro im Jahr wird mit dem Satz besteuert, der am oberen Ende Ihres Einkommens gilt. Die Steuer beträgt hier 34 % des Weihnachtsgeldes, beim Gehalt nur 18 %.
Drei Tipps aus der Lohnbuchhaltung
Prüfen Sie im November die Abrechnung: Steht das Weihnachtsgeld als „sonstiger Bezug“ oder „Einmalzahlung“ drin? Dann wurde richtig gerechnet.
Wer im Jahr Lohn-Lücken hatte (Jobwechsel, unbezahlter Urlaub), zahlt auf das Weihnachtsgeld oft zu viel Lohnsteuer – die Steuererklärung holt das zurück.
Ein Teil des Weihnachtsgeldes lässt sich in eine betriebliche Altersversorgung umwandeln (Entgeltumwandlung); dann sinken Steuern und Abgaben.
Mehr oder weniger Weihnachtsgeld bei 6.000 € Gehalt
Zum Vergleich die benachbarten Beträge – alle mit Mehmets Monatsgehalt von 6.000 € in Steuerklasse I:
Bei 6.000 € Monatsgehalt in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bleiben rund 2.197,00 € (55 %). Bei 3.000 € Gehalt wären es 2.240 €, bei 5.000 € Gehalt 2.028 €.
Wie viel bleibt von 4.000 € Weihnachtsgeld in Steuerklasse 3?
Bei 6.000 € Gehalt rund 2.564,00 €; in Steuerklasse 5 sind es 1.969,24 €. Die Differenz gleicht die gemeinsame Steuererklärung von Ehepaaren aus.
Warum wird Weihnachtsgeld so hoch versteuert?
Weil es als sonstiger Bezug mit dem Grenzsteuersatz belastet wird: Die Lohnsteuer ist die Differenz der Jahreslohnsteuer mit und ohne Weihnachtsgeld (§ 39b Abs. 3 EStG). Zusätzlich fallen die vollen Sozialabgaben von rund 21,75 % an, solange die Beitragsbemessungsgrenze nicht erreicht ist.
Wie viel Kirchensteuer zahle ich auf 4.000 € Weihnachtsgeld?
Bei 6.000 € Gehalt in Steuerklasse I 124,11 € bei 9 % bzw. 110,32 € bei 8 % (Bayern, Baden-Württemberg).
Bekomme ich Steuern auf das Weihnachtsgeld zurück?
Nur wenn zu viel einbehalten wurde – etwa bei Lücken im Jahreslohn, hohen Werbungskosten oder wenn Soli trotz Freigrenze abgezogen wurde. Das regelt die Einkommensteuererklärung.
Quellen & Rechenstand
BMF: Programmablaufplan für den maschinellen Lohnsteuerabzug 2026 (Schreiben vom 12.11.2025); § 39b Abs. 3 EStG (sonstige Bezüge)